Nach 9 aufeinanderfolgenden, nie dagewesen heissen Super-Sommertagen (das Geruecht geht um, dass die 10-Tages-Wettervorschau als Desktop-Hintergrund und Bildschirmschoner benutzt wurde…) kam das beruechtigte Wellingtoner Wetter zurueck. Und das ordentlich.
Wenn es schuettet wie aus Kuebeln bei Boeen um die 80kmh ist man quasi schon nass bis auf die Knochen bevor man endlich die Haustuere aufkriegt…
Und dabei war es immer noch sehr warm – klar, es war ja alles lang genug aufgeheizt worden, um sich wie bei einem tropischen Monsunregen zu fuehlen…
Bei diesen Konditionen haben wir gestern 200 Brezen fuer die deutsche Botschaft mit deutscher (ok, von deutschen Metzgern in NZ gemachter…) Wurst belegt und mussten alles weit aufreissen um nicht zu ‘erschwitzen’ dabei.
Und von den ‘Resteln’ hab ich Fleischsalat und damit Martin gluecklich gemacht. Wenn’s nur immer so einfach waere!
Nach einem endlich geruhsamen Feierabend goennte man uns gerade mal gute 3 Stunden Tiefschlaf, dann klingelte mein Mobiltelefon.
Ich taumelte trantuetig aus dem Bett und suchte das verflixte Geraet, Martin murmelte irgendwas von Alarm, ich sagte, ich setz’ uns doch keinen Alarm fuer 3 Uhr morgens, ausserdem ist das mein Klingelton… Martin sagte, neee, das kann nur die Monitoring-Firma sein, wir haben einen Alarm im Lokal!
Stimmt. Ich ruf die Company zurueck, keiner geht dran. Voicemail sagt, Alarm wurde an der Hintertuer ausgeloest… grrrr… also angezogen, ins Auto gesprintet (hatte ich schon den Monsun erwaehnt?) und die 5km halsbrecherisch ins Lokal geduest.
Dort angekommen, bruellt der Alarm immer noch (mittlerweile ist’s ja schon viertel nach 3 Uhr morgens…).
Endlich hebt einer bei Monitoring-Firma ab, er haette jetzt schon die Polizei verstaendigt. Die brauchen wir nicht, sag ich, da ist keiner drin und nun schalt endlich den Alarm aus! Kann er nicht, sagt er, er monitort ja nur… Ja, wie jetzt? Was sollen wir nu machen? Ja nix, meint er, warten, das sollte bald aufhoeren…
Man sollte vielleicht erwaehnen, dass unser Lokal mitten in einem Wohngebiet liegt…
Aber der Mann hatte Recht, der Alarm hoerte irgendwann auf und wr konnten reingehen.
Natuerlich war nix. Vermutlich hatte der irrsinnige Wind den Lampenschirm im Gang in Bewegung versetzt (hatten wir schonmal ueber zugige Haeuser in NZ berichtet? ) und den Alarm ausgeloest.
Na gut. Koennen wir ja wieder heimfahren.
Auf halber Strecke hatten wir ploetzlich das Blaulicht hinter uns. Wir lachten schon, weil wir seit wir in NZ sind schon 14 Mal auf Alkohol kontrolliert wurden! Hier muss man irgendwelche Fragen beantworten und dabei in ein Geraet reinsprechen und nicht blasen. Martin machte das Ganze anfangs so nervoes, dass er die Fragen nicht richtig verstand oder automatisch die Frage vom letzten Mal beantwortete:
Polizist: Bitte sagen deinen vollen Namen
Martin: Martin
Polizist (grinsend): ein verdammt kurzer, voller Name…
Naechstes Mal:
Polizist: Zaehl bitte von 1-10
Martin: Martin Wagner
Polizist (verwirrt): errrmm, danke, alles ok, gute Fahrt.
Jedenfalls haben wir brav angehalten und das Fenster geoeffnet (Monsun hat grade eine Pause eingelegt) und gewartet. Ja nix Alkohol! Jemand hat die Polizei angerufen, dass da Im Lokal der Alarm bruellte und dann Menschen mit einem weissen Van weggefahren sind!
Jedenfalls wurden wir beide regelrecht verhoert, Adresse und Kennzeichen aufgenommen, unsere Aussagen verglichen, volles Programm! Bis Martin unsere Visitenkarte rueberreichte… das waere ja doch etwas viel Aufwand fuer einen Einbruch in ein eh schon monitortes Lokal…
Hey, man sollte meinen, dass unsere Nachbarn nach anderthalb Jahren uns und unser Auto langsam kennen sollten… Oder sind wir nur froh, dass da Jemand so aufmerksam war?
Wie auch immer, ganz schoen anstrengend, diese freien Tage!
Hallo ihr Lieben,
wir wurden schon ein paar Mal gefragt, warum wir eigentlich keine eigene Webseite sondern “nur” eine Facebookseite haben.
Kennt ihr den Spruch ‘der Schuster hat die schlechtesten Schuhe’? Oder wie man hier zu sagen pflegt ‘the shoemakers son always walks barfoot’.
Das ist ein Grund. Der andere ist der Bekanntheitsgrad, den wir mit Facebook erreichen konnten.
Es gibt dort mittlerweile 235 Mesnchen die uns “moegen” (also liken), und immer wenn wir was veroeffentlichen, (also posten) sehen wir an den Rueckmeldungen (also den feedbacks), ob es ankommt oder nicht.
Und unsere Kollegen, also all die Metzger, Baecker, Eismacher, Mibewerber und sonstige wissen dann auch gleich Bescheid, denn die sind naemlich auch alle da drin.
Ausserdem braucht man sich nicht darum zu kuemmern wer die Seite online stellt und/oder wieviel das kostet.
Ja und updates braucht man auch keine zu machen.
Ihr seht also, das Gesichtsbuch hat durchaus auch Vorteile.
So, wenn ihr also wissen wollt was es bei uns im “Gasthof zur frohen Einkehr” Neues gibt oder was heute auf der Speisekarte steht, schaut einfach mal vorbei… the Roseneath Deli & Cafe
Hallo Ihr Lieben!
Ein gutes neues Jahr wuenschen wir Euch allen da draussen!
Wir sind wieder da!
Wir sind dem eher schlechten Wetter in Wellington davongefahren und waren fuer 10 Tage in unserem Detlef unterwegs in Hawkes Bay, das ist eine Wein-, Obst- und Olivenanbauregion etwa 300km weg von uns an der NZ-Ostkueste.
Da gab es Sonne, Strand, Meer, Berge besteigen, wilde Tiere (grosse Voegel, kleine Haie, kleine Voegel, Hasen, Schweinchen, Ziegen, Seeloewen…), Open Air Kino, gegen Wellen huepfen, Farmers Markets, Fischen, leckeres, gesundes Essen (wirklich!), jede Menge Steinobst direkt vom Baum, kein Internet und oft nicht mal Telefonempfang. Einmal ein bisschen Regen und einmal sowas wie Sandsturm! Sand in der kleinsten Ritze…
Das war ziemlich schoen. Und relaxing. Und seeeehr sonnig!
Und Urlaub im Detlef ist ziemlich guenstig, im Grunde brauchen wir nur den Sprit und ab und zu mal einen Campground zum Duschen und Waesche waschen.
Und im Paradies sind wir ja eh schon…
Ein Jahr spaeter denken wir doch verstaerkt daran, was wir Euch alles noch nicht erzaehlt haben… Die Menschen, die mit uns ueber Facebook verbunden sind, haben wohl ein bisschen mehr mitbekommen, aber trotzdem haben wir schon lange keine tollen Fotoserien mehr veroeffentlicht!
Wir sind ja auch kaum rausgekommen, muss man sagen. Das Cafe laeuft jetzt seit 15 Monaten (jahaa, die Zeit rennt, wenn man Spass hat, gell? ). Es hat fast ein Jahr gedauert, bis sich wirklich eine Routine entwickelt hat, die uns auch mal ausatmen und gelegentlich wieder raus in die Natur fahren laesst, ohne an Einkaufen, Rechnungen zahlen und Schnitzel klopfen denken zu muessen…
Und dann wurde im September um’s Cafe rum monatelang der Buergersteig, angrenzende Mauern, Fusswege zu Nachbarhaeusern etc. weggerissen und erneuert, d.h. Presslufthaemmer, Ruettelmaschinen, Zementlaster und alles was dazugehoert. Und die arbeiten hier auch Samstags!
Als dann noch ein Riesen-Kran ankam und hinter dem Haus laermend auf und ab fuhr, damit das Dach repariert werden konnte, da sind uns schlicht die Sicherungen durchgebrannt. Nach einem kurzen Blick ins Reservierungen-Buch stand fest: wir hauen jetzt ab (naja, 5 Tage spaeter sind wir abgehauen, kann man ja auch nicht einfach so machen, den Menschen ohne Vorankuedigung das woechentliche Schnitzel entziehen…!)
Und dann sind wir einfach ein bisschen ueber die Nordinsel getingelt, da wo kaum Menschen sind und nur Gegend. Und heisse Quellen, jawohl!
Und nach all dem Vorweihnachtsstress haben wir nun schon wieder geschlossen, weil ja Kiwiland im Weihnachstkoma versunken ist (darueber haben wir ja schon umfangreicher berichtet…) und die Strassen leergefegt sind.
Heute, am 1. Weihnachtsfeiertag haben wir bei gefuehlten 40 Grad, beschuetzt von Lichtschutzfaktor 30 mit Freunden und Bekannten am Strand gegrillt… Sowas von keine Weihnachtsstimmung fuer Nord-Hemisphaerler…
Wir haben vor, mal wieder ueber die Nordinsel zu tingeln, haben ja immer noch nicht alles gesehen und alles in Ruhe angehen zu lassen…
Vielleicht gibt’s auch mal wieder Fotos?
Wir wuenschen Euch allen da draussen eine schoene Zeit, Gesundheit und Zufriedenheit.
Weniger ist manchmal mehr!
Es ist lange her, dass wir von wilden Gefahren und atemberaubenden Abenteuern berichteten!
Es ist aber auch nix los hier…
Ausser, dass wir mal wieder umziehen, 2 Haeuser neben das Cafe, da koennen wir dann eine halbe Stunde laenger schlafen – um 5 Uhr morgens ist das echt wichtig!
Wir waren jetzt schon 3 mal in der Zeitung mit Reviews und Fotos und angeblich letzte Woche sogar bei Antenne Bayern! Die wollten uns ja selbst interviewen, aber wir waren wohl nicht da und dann wurde der angerufen, der uns eigentlich empfohlen hat… Der erzaehlte dann, dass er gegen Heimweh in unser Cafe kommt und Weisswuerscht und Schnitzel bestellt.
Das Beste war dann, dass ein Bekannter von uns dann einen Anruf aus Deutschland bekam, ob er schon wuesste, dass “2 Rosenheimer ein Lokal in Wellington aufgemacht haetten” – er sagte darauf, klar, da isst er schliesslich jedem Samstag Weisswuerscht und Brez’n!
Und dabei sind wir eigentlich ein ganz ‘normales’ Cafe und gar nicht besonders deutsch und verkaufen viel mehr Scones, Muffins & Pies als sonst irgendwas – aber Kiwis fahren total auf unsere Schnitzel an jedem Mittwoch ab… Also, ich mag ein Schnitzel auch lieber als Pies…
Heilig Abend hatten wir offen und haben fuer 27 Leute Vitello tonnato & Entenhaxerl gemacht mit Kartoffelknoedel, Bratapfel und Blaukraut. Und anschliessend hat Martin in der kleinen Kirche gleich nebenan einen wunderbaren Text aus dem Lukas-Evangelium vorgelesen, das faengt ungefaehr so an: “In the 6th month of Elisabeths pregnancy…” SAG DAS MAL EINER!!! Und dann noch vor einer vollen Kirche!
Jetzt haben wir geschlossen einschliesslich 3. Januar.
Die Weihnachtsfeiertage mussten wir ziemlich viel Schlaf nachholen und ausserdem am Strand den Kiwis beim Weihnachten feiern zusehen. Mit Lichtschutzfaktor 30.
Weihnachten ist irgendwie nicht das gleiche…
Nicht mal mit Plaetzerln! Da naemlich vor ein paar Wochen eine Niederbayrische Konditorin bei uns reinschneite, die Arbeit suchte (die wir leider nicht hatten, weil wir zu klein sind). Aber sie machte ein paar Ladungen Weihnachtsplaetzerl, die sich maessig an Kiwis, besser an Deutsche verkaufen liessen und von denen wir die letzten jetzt jeden Tag zum Nachmittagskaffee fuer uns selbst rationieren. Ha!
Ansonsten ist das gewohnte Weihnachtskoma eingezogen. Die Strassen und Supermaerkte sind leer, halb Wellington scheint grade woanders zu wohnen. Die Daheimgebliebenen koennen sich aber ein Grinsen nicht verkneifen, denn es regnet seit vorgestern im ganzen Land (das gruen muss ja irgendwie erhalten bleiben…) und zwar heftig. Erste Strassen wurden gesperrt wegen weggeschwemmten Autos und Campingplaetze wurden evakuiert…
Jetzt haette der Regen so unglaublich viel Platz ueberall anders im Sued Pazifik, aber nein…
In diesem Sinne:
Auf dass 2012 Euch allen das bringt, was Ihr Euch wuenscht!
… oder:
Wie weit muss man eigentlich fahren um endlich einmal Weltmeister zu werden?
Ja, umgeben von immer leiser werdenden Franzosen (also quasi mitten in der Suedkurve) konnten wir kuerzlich einem Wahnsinn-Spektakel beiwohnen:
Die All Blacks, die Neuseelaendische Rugby-Nationalmannschaft hat im Endspiel gegen Frankreich (nochmal: wusste das Irgendjemand, dass die da so gut sind???) mit 8:7 Punkten gewonnen!
Das war das mit Abstand niedrigste Ergebnis eines Endspiels seit ewigen Zeiten und es war SO niedrig, dass im Land der Wettbegeisterten NIEMAND darauf getippt hat!
Und weil das seit 1987 das erste Mal war, dass die All Blacks die Rugby Weltmeisterschaft gewonnen haben, ging danach so richtig die Post ab:
Wir konnten erleben, wie schnell sich Franzosen in Luft aufloesen koennen, wie sich eine ganze Innenstadt in Sekunden mit huepfenden, sich umarmendenen, springenden, singenden, Haka tanzenden oder nur einfach bloed grinsenden Menschen aller Nationalitaeten fuellte und wie -buchstaeblich in Sekunden! – eine Weiterfahrt in Taxi oder sogar Bus nicht mehr meoglich war!
Die Polizei musste ganz fix auch die Seitenstrassen sperren, weil von ueberall her die Menschenmassen in die Flaniermeile am und um den Courtney Place stroemten und rote Ampeln fuer Fussgaenger schlicht ignoriert wurden…
Und wir mittendrin!
Natuerlich wurde auch wieder ein Haka aufgefuehrt, das ist schliesslich Pflicht vor jedem Nationalspiel seit 1888… also quasi seit dem Mittelalter, in Kiwiland-Zeitrechnung…
Ansonsten verbringen wir die meiste Zeit in unserem Lokal, was weit weniger aufregend ist als einen Weltmeistertitel zu gewinnen. Und vermutlich auch weniger Geld einbringt.
Aber was solls…
Hallo Ihr Lieben!
Martin hat das Examen fuer den Liquor License Cotroller bestanden!
Die All Blacks sind im Finale der Rugby Weltmeisterschaft und spielen gegen Frankreich.
Franzosen??? Wusste irgendjemand, dass die so gut Rugby spielen?
Leider konnten wir das Semifinale nicht sehen, weil wir schlafen mussten. Wir haben am Samstag abend einen 50. Geburtstag ausgerichtet und waren nach 4 Stunden Schlaf am Sonntag abend nicht mehr faehig die Augen aufzuhalten. Aber wir wissen ja eh nicht, was die Jungs da treiben. Deshalb haben wir uns jetzt ein Rugby-Buch gekauft. Man will ja nicht ganz daemlich dem Nationalsport gegenueber stehen…
Kiwis moegen Weisswurscht! Letzten Samstag haben wir 2.5 Kilos verkauft!
Wir koennen nun selber die der Welt besten Brezen machen!
Grundrezept und Geheimzutat. So, dass uns die Deutsche Botschaft und vermutlich auch der Geheimdienst schon auf den Fersen ist.
Wir wollten ja nicht zuu deutsch sein. Dass wir nun aber deutsche Wurstwaren in der Deli haben, das hat einen Dominoeffekt…
Der kommende bayrische Abend ist seit gestern ausverkauft!
Und wir haben endlich den genialsten Birnenschnaps (vergesst alles was ihr in Deutschland und Oesterreich kriegen koennt) gefunden. Ohne Etikett und unter dem Ladentisch… mmmhh…
Die Exilbayern im kulinarischen Himmel.
Liebe Gruesse!
PS:
Bilder gibt es leider erst wieder, wenn die Kamera von Ihrem Regenerations-Trip in Hong Kong zurueck ist…
wir sind immer noch sehr muede… aber gluecklich auch ein bisschen.
Ist ja an und fuer sich eine spannende Angelegenheit, ein Projekt wie das Unsrige zu starten. Ob’s laeuft oder nicht das kann man am Anfang einfach nicht festlegen.
Und da wir keinerlei Advertising also Werbung betrieben haben ausser den Flugzetteln, die in unserem Cafe ausliegen und die Tafel, aussen neben der Eingangstuer, war das Ganze nochmal um einiges spannender.
Und wie es in der Gastronomie halt so ist… es ist beinahe unberechenbar.
Also. einen Dienstag ist es brechend voll, den naechsten haette man auch gut im Bett bleiben koennen (es ist ja immer noch winterlich )
Die Punkte, die verheissungsvollen Einfluss haben: “wir sind Bayern” und zweitens “wir haben Erfahrung” und drittens “wir sind einfach gut”.
Deshalb war wohl auch unser erster “Bayrische Abend” so gut besucht – wir waren voll! Es war zwar etwas schwierig, die Leute unterzubringen, denn es haben sich 5 Paare angemeldet und wir haben ja nur den einen Zweier-Tisch! So sind wir das Risiko eingegangen und haben 4 Paare (mit Ruecksprache natuerlich) zusammengesetzt. Und wir hatten wohl Glueck mit der Wahl, denn es wurde allueberall froehlich geplaudert und getrunken. Getrunken? Jawohl! Wir hatten naemlich eine geschlossene Gesellschaft draus gemacht und so durften die Gaeste ihre Flasche Wein mitbringen. Es gibt doch immer irgendwo eine Luecke…
Aber dass Kiwis derart auf unsere italienischen Teigwaren abfahren, haetten wir uns dann doch nicht gedacht.
So kam es, dass wir in unserer ersten Pizza Nacht 30 in der zweiten 35 und in der dritten 44 Pizzen verkauft haben – und das in kaum mehr als 3,5 Stunden! Nach der 44sten Pizza war dann aber auch der Teig alle.
Den Teig ‘woigeln’ uebrigens nicht wir selber sondern eine 20 Liter-Teig-Woigel-Maschine, die uns ein Freund geliehen hat.
Hier gibts zwar auch “PizzaHut” und “Hells Pizza” aber das Zeug ist eher im Fastest Food anzusiedeln – also viel, billig und brutal…
Also: “WagnerPizza” oder “einmal Wagner – immer Wagner” Hier die Pizza Karte fuer die Bestellungen
Viele Gruesse vom “coolest little Cafe in the coolest little Capital”!
P.S.: Bei uns war uebrigens ‘daylight saving’, die geliebte Zeitumstellung. Also, wenn ihr auf eine Pizza vorbeikommen wollt, denkt dran: wir sind Euch jetzt wieder 11 Stunden voraus! (Nicht, dass wieder der Teig ausgeht! )
Hallo ihr Lieben,
heute haben wir etwas spaeter begonnen. Es war schon halb sieben… nicht weil heute Anjas Geburtstag ist,
nein, weil heute unser erster bayrischer Abend stattfindet.
Und wer spaeter kommt, darf ja bekanntlich auch spaeter gehen. So muessen wir neben dem ‘normalen’ Cafebetrieb auch noch Spaetzle zwirbeln und Knoedeln drehen. Das macht aber garnix weil Morgen unser mittlerweile sehr populaerer Pizzaabend sein wird und da ist der Teig dann ja wieder ein ganz anderer.
Hier unsere Speisekarte fuer heute Abend.
‘bayrische Speiskartn’
Tonights Menu
Appetizer:
Kürbiscremesuppe mit steirischem Kürbiskernöl
(Creamy pumpkin soup with styrian pumpkin seed oil)
Mains:
1. Hirschgoulasch mit Semmelknödel und Blaukraut
(Venison Casserole with Bavarian dumplings and red cabbage)
2. Schweinefilet in Schwammerlrahmsauce mit Spätzle
(Pork filet on a creamy mushroom sauce with home made
eggnoodles) – Spaetzle is a south German noodle speciality!
3. Spätzle mit gebratenem Gemüse und Käse überbacken
(Home made eggnoodles with roast vegetables
and cheese gratinated)
Dessert:
Eis mit frischem Obstsalat und Sahne
(Icecream with fresh fruit salad and whipped cream)
euch allen viele liebe Gruesse und
vor allem der Anja das Beste zum Geburtstag!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Hallo ihr Lieben,
kaum ist die erste Woche vergangen, ist die Vierte auch schon rum.
Wollt Ihr wissen, wie’s uns geht?
1. Muede.
Unser Wecker klingelt 6x die Woche um 5 Uhr morgens.
Noch Fragen?
2. Erfolgreich.
Ja, das sind wir wohl… Obwohl – seit die doofe
3. Rugby-WM 2011
angefangen hat, sind die Tagesumsaetze etwas runter gegangen, weil, warum auch immer, keiner mehr auf der Strasse ist.
Allerdings ist
4. Unser Freitaeglicher Pizza-Abend ein durchschlagender Erfolg, der das wieder wett macht. Und irgendwann ist ja auch mal wieder Ruhe mit dem Rugby-Kram…
Obwohl es schon cool ist, dass man das ALL BLACKS Zeichen von unserem “Zweisitzer”-Platz aus sehen kann! Da gab es ja Riesen-Diskussionen, weil der Huegel wohl zum Flughafen-Gelaende gehoert und die dort Verantwortlichen sich irgendwie dachten, es waere cool, auf dem Huegel “WELLIWOOD” stehen zu haben, weil die Filmstudios (u.a. von Herrn der Ringe) ja gleich um die Ecke sind. Und das kann dann Jeder sehen, der in Wellington einfliegt.
Zum Glueck fanden die Wellingtonians das nun gar nicht so cool und auch gar kein bisschen innovativ und ein massiver Buergerprotest brachte die Airportleute zum Einlenken.
Nun steht da halt erst mal das All Blacks Sign und in der Zwischenzeit duerfen sich die Wellingtonians selber was einfallen lassen, was auf den Huegel soll.
Ich waer ja fuer Schafe, das passt irgendwie…
5. Liqour License.
So heisst das Ding, das man braucht, wenn man im Land der Schafe (sic!) Alkohol verkaufen will (MUSS, wenn es nach unseren Kunden ginge… die ollen Schnapsdrosseln kommen erst gar nicht – Sonntags nach der Kirche, wohlgemerkt! – wenn es keinen Alkohol gibt!)
Und diese Lizenz zu kriegen ist gar nicht so einfach. Und das dauert auch ein paar Wochen, weil es u.a. den Vermieter, die Nachbarn, das Bauamt, noch irgendein Amt, das ich vergessen habe, die Polizei und die Nachbarn und, und, und… mit einbezieht. Und es kostet einen Haufen Geld. Und man muss es jaehrlich erneuern. Kostet natuerlich wieder einen Haufen Geld… Und man muss eine Pruefung ablegen!
6. Brezn & Weisswuerscht!
Am Samstag hatten wir eine Geburtstags-Weisswurscht-Fruehstueck bei uns.
Und wenn wir es schon schaffen, ordentliche Weisswuerscht und Haendlmaier-Senf zu beschaffen, mussten natuerlich auch Brezn her. So haben wir wir in aller Baeckers-Fruehe Lauge angeruehrt, Hefe und Mehl und Butter und Wasser und Salz gemischt und damit doch ganz ordentliche Brezn zustande gebracht.
Es waren jedenfalls die besten Brezn, die es am Samstag in Welliwood gab.
7. Facebook
Das findet Ihr unser Wirtshaus auch. Da ist auch schneller mal ein Satz veroeffentlicht in aller Fruehe. Hier koennt Ihr kucken.
Wir haben’s ueberstanden!
Wir hatten heute unseren Eroeffnungstag und damit auch alles glatt geht, kam gleich morgens um 7 der Pfarrer der kleinen Anglikanischen Kirche nebenan zwecks ‘Blessings’, einer Segnung. Erst draussen vor dem Lokal (mit Zuschauern!) und dann wurde auch noch besonders die Kaffeemaschine gesegnet!
Jedenfalls war das Ganze schon beeindruckend, weniger christlich sondern mehr menschlich mit guten Wuenschen und Willkommensgruessen gespickt.
Und kaum haben die ersten cheese scones neben der Kaffeemaschine geduftet, kam auch schon der erste Gast.
Und noch einer.
Und noch ein paar…
Und so riss es eigentlich nicht ab bis um 18.00…
Die ganze Nachbarschaft traf sich und alle, die schon wochenlang neugierig an den Scheiben klebten, freuten sich, dass sie jetzt so ein schoenes Cafe haben und dass es “genau das ist, was Roseneath braucht”.
Schoen!
Aber ab 14.00 fuehlte sich unsere schottische Mitarbeiterin ziemlich einsam, denn das halbe Lokal war voll und alles sprach deutsch!
Es ist echt ein Wunder, dass Ihr da drueben noch nicht alleine seid…
Liebe Gruesse!
(Wir muessen ganz dringend schlafen…)
Nun haben wir ihn ja schon geraume Zeit vor uns her geschoben, den Besuch des Health Inspectors des Wellington City Councils.
Und nicht mal heute waren wir uns sicher, ob es schon eine gute Idee ist, den Mann ueberhaupt rein zu lassen:
- Wir haben Bohrloecher direkt ueber der Spuele und wir haben keine einzige Fliese in der ganzen Kueche (nicht mal ueber der Spuele!).
- Den PVC-Bodenbelag im Eingangsbereich haben wir locker und Pi-mal-Daumen ueber die Luecke (da wo der alte Belag durchfeuchtet und vergammelt war…) und die Kanten des alten, intakten Belags (bombenfest auf dem Beton haftenden) druebergeklebt!
- Die Kueche ist partiell noch nicht gestrichen, weil die waschbare Farbe partout nicht auf dem 3mal grundierten Untergrund haften will.
- Der durchgebrannte Motor der grossen Edelstahl-Lueftung ist noch nicht wieder ersetzt, durch die Loecher in den Schaechten pfeift der Wind…
AAAABER!
Ganz genau gemessen wurden die Temperaturen in den Kuehlschraenken und im Geschirrspueler, denn wenn die nicht passen, kann alles was wir verkaufen ja verdorben sein und keiner merkt was!
Macht Sinn, oder?
Und so wurden wir heute approved – wir haben also einen ‘Deaf-Schein’ – YES!
Natuerlich wurde vermerkt, dass der Motor noch ersetzt werden muss und der Geschirrspueler war 1-2 Grad zu ‘kalt’ mit 81 statt 83 Grad beim Klarspuelen, aber das wird uns nicht am Oeffnen hindern und keinen Gast umbringen…
Aber vor dem heutigen Termin haben wir noch ganz schoen geackert (bevor wir regelmaessig vor Einbruch der Dunkelheit dem Schnee-Chaos entflohen sind):
Letztes Wochenende hat uns Chris wiedermal tatkraeftig geholfen, obwohl wir ihn, im Nachhinein betrachtet, ziemlich geleimt haben…
Und das kam so:
Martin ist ja immer noch ziemlich ausser Gefecht was heben und generell anstrengen angeht, als fragten wir den lieben Chris, ob er nicht mit mir am SA morgen unseren geliebten Edelstahl-Tisch aus dem Storage holen koennte und in unsere Kueche transportieren. Das waere kein grosses Thema, den Tisch haben Martin und ich schon mehrfach rumgetragen, rein und wieder raus aus dem Auto, alles kein Thema.
Wir hatten nur nicht bedacht, dass wir dieses massive Monster noch niemals eine Treppe runter und schon gar nicht zwei Mal um’s Eck getragen hatten.
Und wir hatten auch nicht bedacht, dass es am Ende der Treppe relativ schmal um die Ecke geht.
Und dass, als das Monster endlich richtig rum unten war, die Beine zu lang waren und mit einer extra dafuer gekauften Flex (Chris war so lange im Keller hinter dem Tisch gefangen…!) erstmal gekuerzt werden mussten.
Chris hat vier massive (und damit meine ich MASSIV, d.h. gefuellte!) Edelstahlbeine mit der Flex abgeschnitten!
Und dann mussten wir feststellen, dass a) das Bauwerk alles andere als gerade und b) der Tisch in der Mitte ebenfalls hoeher war als am Rand… Nochmal abschneiden!
Als das Monster endlich in der Kueche stand und wir komplett am Ende unserer Kraefte, war er sogar mir zu niedrig zum Arbeiten…
Drei Mal abgeschnitten und immer noch zu kurz?
Also musste der arme Chris Sonntags nochmal ausruecken und hat zusammen mit Martin in einer genialen Aktion schmaelere Edelstahlbeine, die bei irgendeiner unserer Auktionen irgendwie dabei waren, abgeschnitten, eingepasst und mit fetten Schrauben versehen und befestigt. Und er wurde heute ausgiebig bewundert!
Danke, Chris!
Jedenfalls sind wir durch!
Wir duerfen aufsperren, kochen, backen und braten und wieder Gaeste haben!
Hurra!
Etwas Unglaubliches ist heute passiert in Wellington.
Etwas Ungeheuerliches, wovor schon eine Woche lang gewarnt wurde, wovor die ganze Stadt schon die ganze Woche Angst hatte und worueber in jeder Dairy (den Tante-Emma-Laeden hier) gesprochen wurde und das dann auch unglaublich praezise zum vorhergesagten Zeitpunkt eintraf.
Etwas, worueber wir ‘hartgesottenen’ Deutschen die ganze Woche nur muede laechelten und spotteten, weil die hier ja alle keine Ahnung haben…
Und dann sind wir quasi in letzter Sekunde und mit letzter Kraft zuhause angekommen.
Was denn nun passiert ist?
ES HAT GESCHNEIT!
Und zwar ordentlich.
Bis ins Meer rein, das heisst, je hoeher, desto Schnee. Und wir wohnen dann doch recht hoch.
Folglich hat (kennt?) im Land der Schafe auch niemand sowas wie Winterreifen. Folglich hat auch keiner ein bisschen Ahnung wie man fahren sollte, wenn das doofe, weisse Zeug auf der Strasse liegen bleibt.
Jedenfalls schneit es hier so selten und bleibt noch seltener dann auch noch liegen, dass die Kiwis einen Heidenspass hatten mit der weissen Pracht.
Jedenfalls die, die nicht im Auto sassen…
Diesen Film hat Chris gemacht und uns (DANKE! ) zur Verfuegung gestellt. Er ist auch noch grad mal so rechtzeitig daheim angekommen, etwa 4 Stunden nachdem wir bei 10 Grad noch ueber den angekuendigten Schneesturm spotteten…
durch die umfangreiche Hilfe vieler Freunde koennen wir nun wahrscheinlich doch am Mittwoch eroeffnen.
Fleissig wie die Bienen werkeln die Jungs und Maedels auf der Baustelle, waerend ich mir zu Hause einen Lenz mache und das Leben mit meinen Pain Killern geniesse.
Habe nun die fuenfte Nacht auf dem Ruecken zugebrach. Bewegung ausgeschlossen. Also buchstaeblich wie der Kaefer auf dem Ruecken. Tags darf ich dann sitzen.
Aber ich merke deutlich wie es aufwaerts geht. Kann schon wieder alleine duschen, mich anziehen und auf Toilette
Und am Rechner sitzen geht ja auch. Heute haben wir unser Logo entworfen:
Keine guten Neuigkeiten aus dem Wirtshaus heute.
Gestern gegen 5 Uhr nachmittags hat Martin erst sich selbst Kopf voran auf die Strasse und dann das Moped oben drauf gelegt. Trotz Rueckenprotektor hatte das 3 gebrochene Rippen zur Folge und die Strasse hat sich erst durch die geliebte Arbeitshose und dann an den Knien und Knoecheln geschuerft… Und das nur 300m von daheim weg.
Bis endlich der Krankenwagen kam, hat uns auch schon eine Polizeistreife entdeckt und den armen Martin gleich mal blasen lassen, man weiss ja nie… Dann haben sie den total zerkratzten Helm begutachtet, erst die Marke und dann Martin gelobt, dass er ja wohl keine halben Sachen machen wuerde…
Der Krankenwagen war dann gegen 5.30 vor Ort und mein armer Mann wurde gleich vor Ort ein bissl verarztet und, weil Wellingtoner Strassen ja doch ziemlich ‘bumpy’ (holprig wie Hoelle…) sein koennen, ordentlich gedopt – Morphin und maechtige Schmerzmittel, rein ins Blut!
Scheinbar kann er nicht so gut mit Morphin und wurde auf halber Strecke erstmal beinahe ohnmaechtig, so sehr hat sich der Blutdruck nach unten verabschiedet… Und so sass ich schonmal 20 Minuten in der Notaufnahme des Wellingtoner Hospitals mit einem voellig zerkratzten und zerschlissenen Haferlschuh in der Hand und fragte mich, was die wohl aufgehalten hat – schliesslich haben die ein Blaulicht und Sirenen und ich bloss einen Toyota Van…
Endlich war er da. Grinste mich an, ziemlich auf Droge und wurde vom ‘Stretcher’ aus der Ambulanz auf ein Krankenbett gewuchtet, was ihm sichtlich und hoerbar massive Schmerzen bereitete… Bald darauf wurden wir in einen der vielen Behandlungsraeume gebracht und warteten auf die Uebergabe von Ambulanz zu Krankenhaus. Die beiden Sanis hatten eigentlich schon Dienstschluss und alberten noch ein bisschen mit uns rum…
Langsam wurde es 19.00 Uhr.
Um es kurz zu machen: etliche wortreiche Entschuldigungen (‘What a crazy Monday!’), Roentgen, nochmal Morphin mit anschliessender Beinahe-Ohnmacht und Blutdruck im Keller, schreienden Babies, einer langwierigen Wundreinigung, einem ACC-Formular (im Land der Kiwis ist man automatisch staatlich unfallversichert), 4 Tabletten fuer die Nacht und der Verschreibung von einer Ladung ‘Pain Killern’ fuer die naechsten paar Tage … wurden wir doch schon um halb 1 Uhr morgens heim geschickt!
Martin ins Auto und wieder raus zu kriegen ist eine ueberaus schmerzhafte Herausforderung und deshalb mussten wir um diese Uhrzeit noch einen Burger im Auto essen, weil wir a) seit dem Fruehstueck nur ein Eis in der Sonne an der Oriental Bay gegessen hatten und b) es um diese Zeit auch in der Haupstadt nur ganz wenig Auswahl gibt.
Heute mussten wir zu einem Doktor um die Schuerfwunden behandeln zu lassen, der wird dafuer sorgen, dass uebermorgen eine Krankenschwester zu uns nach Hause kommt, um die Heilung zu ueberwachen, das zahlt dann auch die Unfallversicherung.
Nun ist fuer Martin erstmal Baustopp angesagt, was Ihm schon schwer zu schaffen macht, waren wir doch oben im Cafe schon so gut wie fertig, wollten diese Woche die Kueche fertigstellen und am Mittwoch naechste Woche endlich aufsperren…
Mal sehen. Wir werden nun erstmal Freunde fragen, ob sich dort Zeit und Hilfe finden laesst um mit minimalem Aufwand so weit zu kommen, dass ich zusammen mit einer Angestellten wenigstens tagsueber aufsperren kann, bis Martin wieder fit genug ist… momentan kann er nicht mal ohne massive Schmerzen die Kaffeetasse hochheben.
Vor lauter Ereignissen vergessen wir ja fast das updaten…
Unsere Kaffeemaschine ist da! Eine 14.300 NZ-Dollar (PLUS Steuer!) teure, glaenzende, handgefertigte Schoenheit aus Florenz!
Und wir hatten auch schon professionelles Training von einer Barista, die mit 10 Jahren angefangen hat Kaffee zu machen! Als entscheidenden Karriere-Kick bezichnete Sie dann auch den Kaffee-Stand auf dem Rolling-Stones-Konzert, gleich links neben der Buehne in Auckland, den sie mit Ihrem Vater ‘durchgemacht’ hat…
Jetzt trinkt sie nur noch doppelte Espressi und hat sich der Politik zugewandt – was soll uns das sagen?
Anyway – wir wissen jetzt zumindest theoretisch wie es funktioniert:
15-18 Gramm frischestmoeglich und perfekt gemahlene Bohnen mit 30 bis 40 Pfund Gewicht (‘Handgelenk durchstrecken nicht vergessen!’) in die Portafilter und dann 97 Grad heisses Wasser in 25-28 Sekunden bei 9 bar durch den Portafilter gepresst – gibt 60ml double shot fuer 2 Kaffees wie Flat white oder Cappuccino…
Jedenfalls ist bisher das korrekte Aufschaeumen der Milch (‘Proper Stretching nicht vergessen!’) auf am Besten 70 Grad noch das groessere Problem. Aber wir sind definitiv auf einem guten Weg und das ist auch schon wieder eine andere Geschichte!
Wir haben doch auch schon vor Moooonaten eine Pizzaofen ersteigert aus dem Restaurant neben der Art Gallery in Christchurch, das wegen des/r Erdbeben geschlossen bleibt. Der steht ja schon eine ganze Weile im Cafe rum und wurde am Samstag endlich von Des, einem professionellen Kiwielektriker verstarkstromt – seitdem versuchen wir uns an Variationen von Pizzateig pi mal Daumen und verschiedenen Hitzeeinstellungen. Von “unten zu braun und oben fast roh” haben wir uns jetzt zu “schmeckt schon viel besser, koennte aber noch knuspriger sein” vorgetastet…
Ausserdem haben wir heute eine 3,60m Arbeitsplatte, eine Einbauspuele dafuer und 2 grosse Regale fuer hinter die Theke gekauft, der kaputte Motor aus der grossen Dunstabzughaube wurde ausgebaut und wird jetzt inspiziert und wir haben den ganzen Schutt und altem Krempel aus der Kueche, der sich hinter dem Haus angesammelt hat, schon vor 10 Uhr morgens und unter Einsatz roher Gewalt zelegt und in einen Container verfrachtet…
Was fuer ein Tag!
Ja, nee, nicht ganz… Anja hat von ihrer Ex-Chefin das Angebot bekommen, waehrend ihres Urlaubs in Australien ein paar Tage in ihrem Haus im schoenen Waikanae verbringen zu koennen, da die Zeit aber draengt, hatten wir zunaechst eigentlich von dieser verlockenden Option abgesehen.
Aber dann haben wir bei Trademe guenstig ein Food-Display ersteigert, das in Bulls (150km von Wellington) abgeholt werden sollte – und auf dem Weg dahin liegt Waikanae! So bot es sich doch an, auf dem Rueckweg eine Nacht dort zu verbringen.
Gesagt, getan, machten wir uns also auf die Socken.
150km in New Zealand sind schon fast ein road trip, es dauert auf jeden Fall mehr als zwei Stunden und man sollte auch Pausen machen und mal wieder das richtige NZ geniessen, das man ja in der Hauptstadt schnell vergessen kann… So sind wir dann auf dem Weg in ein grosses Moebelgeschaeft eingefallen, weil wir ja immer noch keine Regale fuer unsere Deli-Abteilung hatten und sind auch tatsaechlich fuendig geworden (ok, fuendig geworden sind wir schon frueher, wollten uns die Moebel aber nicht leisten – sowas ist schweineteuer in NZ!). Ratzfatz wurden dann dort 2 Regale gekauft.
Nachdem wir in Bulls unser Glas-Cabinet geholte hatten (von einer WG aus 2 Frauen, 2 Kindern, einem Maori-Kuenstler, einem Hund und zwei Pferden, die grade dabei sind eine Art heruntergewirtschafteten Hof und etliche Gebaeude in eine Art Kuenstler-Cafe umzubauen, aber das ist schon wieder eine neue Geschichte… ).
Auf dem Rueckweg haben wir dann unsere beiden Regale auch noch ins Auto gepackt (in dem uebrigens schon einige Zeit unser Pizzaofen wohnt, weil wir noch nie genug Leute waren um den ins Cafe zu hieven!) – wir LIEBEN unseren “Detlef”!
So, nun aber Feierabend.
Ein paar Kilometer weiter waren wir in Waikanae, langsam wurde es dunkel, also zu spaet und auch zu windig fuer den Strand…
Im Haus von Mary wars uns aber dann doch zu aufgeraeumt und irgendwie ein bisschen langweilig so ohne Computer ausserdem hatten wir Hunger und den Kuehlschrank pluendern wollten wir auch nicht, so besuchten wir die naechstgelegene Lokalitaet, die sich als Steakhaus mit 2 fuer 1 Abendessen entpuppte.
Wir konnten grade noch einen Tisch fuer zwei ergattern … Perfekt!
Lecker vollgef…uttert spielten wir noch etwas Billard im irish Pub (“Martin Wagner – Billardgott! ), um dann um die Ecke (das war im Grunde alles ein einziges, riesengrosses Gebaeude) mit ein paar Einheimischen beim letzten Bier zu versacken – es war offensichtlich ueberall 2 fuer 1!
Weil wir, wie immer, wenn wir auf Tour sind, unglaublich schnell unglaublich nette/schraege/ungewoehnliche Typen kennen lernen, faellt es leicht, noch ein Bier und noch ein Bier mit Ihnen zu trinken…
Weil wir aber immer noch keine Rockstars sind und ungern fremde Haeuser im Suff verwuesten, haben wir uns dann doch zurueckgehalten. Und als Bayer wuerde man sich mit hiesigem Bier eh frueher tot bieseln als sich besinnungslos zu saufen… Cheers!
Darum hatten wir auch am naechsten Morgen keine Probleme frueh aufzustehen und als erste Gaeste in einem Cafe einzulaufen, das zu der Reikorangi Toepferei gehoert. Betrieben wird das Ganze von Wilf und Janet, Wilf ist grade 80 geworden und Janet ist vermutlich nicht viel juenger! Dennoch hatten wir dort die bisher besten Scones in Kiwiland! Natuerlich mussten wir nach dem Rezept fragen und haben uns dann eine ganze Weile nett unterhalten. Als es nach etwa 30 Jahren immer schwieriger wurde von der Toepferei zu leben, fingen die Beiden an, ihren Besuchern Getraenke und kleine Gerichte anzubieten. Daraus hat sich ein schnuckeliges, altmodisches, verwinkeltes, total liebenswertes Cafe entwickelt, das nun ganz fuer sich alleine Besucher anzieht.
Leider hatten wir ja eigentlich ganz dringend was anderes zu tun, aber der ganze Trip fuehlte sich an wie ein Kurzurlaub! Sehr entspannend…
In unserem neuen Lebensinhalt liegt Laminat auf dem Boden. So rum.
Also jetzt ja nicht mehr…
Aber mal von vorn:
Da liegt also Laminat auf dem Boden, ein deutsches Qualitaetsprodukt, jawoll!
Allerdings war das korrekte Verlegen desselben vermutlich zu komplex oder die Gebrauchsanleitung von einem Deutschen verenglischt…
Jedenfalls ist das Verlegen ueberwiegend gruendlich schiefgegangen: da lagen eben partiell lose Laminatbretter in der Gegend rum, die Bretter wurden nicht versetzt verlegt sondern schnurgerade und um Hindernisse wurde grosszuegig drumrumgeschnitten.
Kiwi Ingenuity halt.
Aber auch schlecht verlegtes Laminat ist besser als grauer, kalter Betonboden, und schon aus Kostengruenden dachten wir dass es da eine Loesung geben muesse…
Gab es auch:
Schrauben und Duebel.
Martin hat zwar etliche gute deutsche Steinbohrer im Boden schmelzen lassen, aber am Ende gesiegt!
Nun liegt der Boden bombenfest.
Und den Kiwis ist das sowas von egal…
Wir sind wieder ein Stueck weiter – heute wurde die ‘Deli-Fridge’ geliefert!
Was Ihr eventuell als schnoede Metzgerei-Theke bezeichnen wuerdet, gibt es hier so selten, dass es viele verschiedene Namen hat:
serve over, deli cabinet, display chiller, cold deli…
Jedenfalls hat unsere Theke gestern eine mittelschwere Familienkrise ausgeloest, weil das Ding so unglaublich schwer (350kg?) und unhandlich ist und von EINEM einzigen Transportlasterfahrer mit Haengen und Wuergen in den Transportlaster gehievt wurde.
Und wir haben uns beide grosse Sorgen gemacht. Ueber Nacht. Zwischen 2 und 4 etwa…
All das schoene, dicke Glas.
Und die duenne Edelstahlfront, die beim letzten Transport schon so gelitten hat, als das Ding von VIER Moebelpackern in den Laster rein und wieder raus geschleppt wurde…
Und all die Nerven, die wir schon bei der Auktion gelassen hatten, als unsere Mitbieter (die soooo arroganten Besitzer einer franzoesischen Baeckerei) nicht locker gelassen hat und erst aufgaben, als wir schon mittelschwer unser Budget ueberschritten hatten, das wir uns vorgenommen hatten, aber genau DIESE Deli-Theke unbedingt haben wollten…
Ach ja…
Diesmal waren wir schon schlauer und bestanden auf einen ‘Tail lift’, also einer Hebebuehne am Laster…
Geliefert wurde die unser ‘Schatzzzzzzz’ dann heute morgen um neun. Von EINEM (anderen) Transportlasterfahrer. Der hatte das Ding quasi uebernommen und war erstmal etwas ueberrascht.
Wir waren nur froh, dass es erstmal ohne sichtbare Schaeden im Laster vor uns stand.
Und dann fing der Transportlasterfahrer mit dem reinbringen an…
…
Ja, das ist wirklich schwer.
Und es hilft auch nicht, dass der gestrige Transportlasterfahrer eine Palette benutzte, die weit genug war, dass sich gleich zwei Deli fridge-Fuesschen zwischen die Palettenbretter verkeilen konnten.
Mal eben aufheben und die Palette rauspfriemeln isja nich…
Aber am Ende (gute 30 Minuten spaeter…) steht das Ding beinahe da wo es soll, da, wo Martin millimetergenau ausgemessen und die Wirtshaustheke abgeschnitten, gespachtelt und gestrichen hat!
Es ist nur wenig Blut geflossen und die duenne Edelstahlschuerze war ja vorher schon etwas verbogen – Kollateralschaden.
Die 10 Dollar Tip fuer den Transportlasterfahrer kamen von Herzen – nicht, weil er so besonders gut war (Trinkgeld ist hier eher unueblich), sondern, weil wir so froh waren, dass nicht mehr passiert ist.
Im Ernst.
jedes Böhnchen ein Tönchen – denn schliesslich gehoert es hier zum guten Ton, gute Bohnen zu trinken/verkaufen.
Vor rund 15 Jahren gab’s in ganz Kiwiland fast ausschliesslich Instant Coffee. Und heute liegt der pro Kopf Verbrauch an guten Bohnen in Wellington hoeher als der in New York, der ‘Kaffee-Stadt’.
Und der Kiwi ist, was Kaffee angeht ein echter Italiener geworden.
Waehrend in Deutschland noch Jacobs Kroenung in die Tasse gefiltert wird, ist hier die Bohne der Schoepfung immer mehr eine organic/fair trade Variante, die von kleinen Roestereien gesammelt und geroestet wird a la Dinzler. Allein in und um Wellington sind 17 kleine Roestereien zu finden.
Wir hatten uns jedenfalls schon fest darauf eingestellt, mindestens 5000 Dollares fuer eine Kaffemaschine berappen zu muessen oder diese in permanenter Knechtschaft mit horrenden 100 Dollar per week ‘ausleihen’ zu duerfen.
Aber fragen kann man ja mal, denn Versuch macht klug… also haben wir uns an die feinsten Roestereien gewandt und gefragt ob wir denn nicht eine Maschinen zur Verfuegung gestellt bekommen koennten, wenn wir schon deren teuren Kaffee verkaufen wuerden.
Und siehe da! Die fanden unsere Lage und unser Konzept derart vielversprechend, dass wir es uns sogar aussuchen durften, welche Brand wir beziehen. Bald werden wir also mit einer florentinischen, handgefertigten Kaffemaschinebeste Bohnen verbruehen. Allerdings muessen wir ein Barista Training absolvieren das kurz vor unserem Start in unserem Cafe stattfinden wird und muessen dann konstant guten Kaffee verkaufen (die kommen dann auch inkognito und testen!).
Und echt guten Kaffee zu machen ist eine Kunst. So wundert es nicht, dass gute Baristas hier in Wellington besser verdienen als viele Kuechenchefs!
So freuen wir uns schon darauf, dass unser Cafe bald nach leckerstem Kaffee riechen wird statt nach stinkender Wandfarbe und wir bald eine der besten Crema-Buden in Wellington sein werden… Noch ein Grund mehr fuer euch, mal hier vorbeizuschaun!