Also, nicht wir! Wir bleiben in unserem muckelich warmen Haus… sondern diese Webseite zieht nun auch um nach Kiwiland!
Sowas ist ja nun nicht ganz leicht und ungefaehrlich, also kann es sein, dass diese unsere Webheimat fuer ein paar Tage verschwunden ist, aber:
Heute ist nicht alle Tage!
Wir kommen wieder, keine Frage!
Endlich!
Heute hatten wir erste Mal seit WOCHEN einen ganzen Tag Sonnenschein! Und das auch noch an einem Samstag!
Das haben wir natuerlich ausgenutzt und sind ganze 25km gefahren um an diesen Strand zu gelangen, gleich um die Ecke von Wellington. Wenn der Wind nicht gewesen waere, haette man direkt schon Fruehlingsgefuehle kriegen koennen…
Ihr wisst ja gar nicht, wie schwer es ist, Fan zu sein im fernen Kiwi-Land…
Fuer das Spiel gegen Serbien mussten wir mal wieder morgens um halb 6 aus dem Bett in die Kaelte kriechen… und dann SOWAS!?
Naja, Haken dran…
Aber fuer das superschoene Spiel gegen England mussten wir tatsaechlich straff organisieren:
- Camper satteln, d.h. selbstaufblasende Luftmatratzen, Matratze drueber, Schlafsaecke, Kissen etc. einpacken
- um 9 ins Bett
- um 1 Uhr morgens (Montag!) aufstehen
- raus in die Kaelte und nach Wellington fahren
- in Sport-Kneipe Wahnsinns-Fussballspiel geniessen!
- Camper auf dem Parkplatz vor meinem Arbeitsplatz abstellen
- versuchen zu schlafen
- den Brotlieferanten verfluchen, der morgens um 5 ankommt und den Laster direkt neben uns laufen laesst…
- versuchen, den Tag zu ueberstehen…
Dabei geholfen hat allerdings, dass ich dauernd “High-Five”en musste…
Kleine Anekdote am Rande:
Am Abend vor dem Spiel gegen Serbien wollte Martin mal wieder seine Haarpracht stutzen und setzte mit dem Kurzhaarschneider an. Leider hat sich der 6mm-Aufsatz kurzfristig verabschiedet.
Auf meinen Vorschlag, doch gleich ein altmodisches Fussball-Muster zu rasieren, wollte Martin aber irgendwie nicht einsteigen… Und dann waren die Haare halt ab. Also ganz ab. So’n halber Millimeter ist echt nicht viel…
Aber bloederweise haben wir grade nicht direkt die passende Jahreszeit fuer oben ohne.
Aber man ist ja nicht wirklich doof und so besann sich Martin lang vergessener Faehigkeiten (und youtube) und hat sich mal eben eine coole Kopfbedeckung gehaekelt – und das auch noch rasend schnell!
Den Beweis koennt Ihr unten bewundern… Und mittlerweile gibt’s sogar schon eine zweite Ausfuehrung, die erste hat die zarte Haupthaut gekratzt…
Das Spiel gegen England war uebrigens auch in so fern ziemlich spannend, als wir in eine mit Englaendern vollgepackte Kneipe eingelaufen sind, die ganz offensichtlich NICHT brav vorgeschlafen sondern vor Ort sich schon mal vorgeglueht hatten.
Mir war schon bissl mulmig, denn viele von denen hatten das doch mittlerweile (dachte ich zumindest…) abgelutschte Weltkriegs-Thema ausgepackt und irgendwelche Armeejacken und Plastik-’Stahl’-Helme auf. Die Stimmung war dann auch schon ganz schoen aufgeheizt und ich wollte dann doch lieber in einer abgeschiedenen Ecke sitzen und gar nicht auffallen…
Aber so nach etwa 20 Minuten wurde es langsam ruhiger…
Und am Ende taten sie mir dann doch fast leid.
Fast.
Und nun warten wir auf das naechste Spiel, das hier wieder um 2 Uhr morgens gezeigt wird, zum Glueck am Sonntag frueh..
Waehrend Ihr gestern abend gemuetlich im warmen Fernsehsessel oder gar beim ‘public viewing’ (schoenes Neudeutsch uebrigens… ) das wuenderbare Auftaktspiel der deutschen Elf geniessen konntet, mussten wir mitten in der Nacht aufstehen, in die eisgekuehlten Klamotten springen, die Autos von voellig vereisten Scheiben befreien (das war wohl die kaelteste Nacht seit Langem) und Richtung Wellington duesen, um dort im Backbencher gleich neben dem Regierungsgebaeude ab 6.30 Fussball zu gucken!
Als Martin und ich ankamen, war da nur gaehnende Leere und ein gaehnender Barkeeper.
Normalerweise gehoert zum Fussballgucken ja schon ein ordentliches Bierchen – aber Montag morgen um halb 7?
Neee… Wenigstens war der Kaffee schon fertig…
So konnten wir uns den besten Platz direkt vor der riesigen Leinwand sichern und gemuetlich abwarten, wie es ruckzuck voll wurde. Und wie Ihr ja wisst, konnte schon sehr bald gefeiert werden – Deutsche waren in der Kneipe offensichtlich in der Ueberzahl…
Wir sind ja total privilegiert, wir koennen schliesslich fuer zwei Teams fiebern – aber die NZ ‘All Whites’ (die natuerlich wegen der ‘All Blacks’, der ‘Welt Besten Rugby Mannschaft’ so heissen) spielen jetzt nicht sooooo toll. So war’s ganz gut, dass Deutschland das erste Spiel gleich so schoen gewonnen hat…
Aber da Deutschland die ‘heissgeliebten’ Aussies so schwer geschlagen hat, ist ganz Kiwiland auf unserer Seite und freut sich mit uns!
Die ‘All Blacks’ werden uebrigens das naechste Training in extra angefertigten, weissen Trikots absolvieren, um damit die ‘All Whites’ mental zu unterstuetzen… und wir waeren ja nicht nicht in Kiwiland, wenn diese mit den Spielernamen versehen Schwitzhemden danach nicht fuer einen guten Zweck versteigert wuerden…
Im NZ Herald kann man seine Kommentare und guten Wuensche an die ‘All Whites’ loswerden.
Der hier war bisher der Beste:
“If all else fails, pick it up and run with it. We’ll understand.” – Wenn gar nichts mehr hilft, heb’ ihn (den Ball) auf und renn’ damit los. Wir verstehen das.
Der Schiedsrichter aber wahrscheinlich nicht…
Wir sind ja aus Deutschland eine Menge ‘Denglish” gewohnt, so schoene Worte wie ‘Handy”, was in einem englisch sprechenden Land ja eigentlich praktisch und nuetzlich heisst, oder der ‘Beamer’, den hier keiner kennt, der heisst Projektor! SMS heisst Text und neulich dachte ich, oh Mist, schon wieder reingefallen, als der Radiosprecher vom ‘Benutzen unerlaubter Medikamente’ sprach anstatt von Doping (da habe ich aber nachgeschlagen, Doping gibt es auch im Englischen… puh… ).
Was ich aber nicht wusste, es gibt das Ganze auch andersrum!
Gestern fuhr ich hinter dem Van einer Fensterputzfirma her, die auch bei Hochhaeusern die Fenster reinigt, in dem die armen Mitarbeiter von oben irgendwie abgeseilt werden… Und diese Firma heisst somit folgerichtig ‘Abseiling‘!
Koennte ja fast aus Deutschland stammen, das Wort…
Aber nicht nur das: ein Kindergarten heisst auch hier Kindergarten – nur wissen die Wenigsten, was das Wort bedeutet, genausowenig wie bei den Kinder Ueberaschungseiern, den Kinder Surprise Eggs (auch hier haben Kinder offensichtlich gleich drei Wuensche auf einmal…)
Leider gibt es kein Hanuta. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte…
Immer wieder fallen uns deutsche Worte auf, die in Kiwiland ganz selbstverstaendlich ausgesprochen werden, wie etwa Angst – und alle im richtigen Sinne des Wortes!
Es wird auch immer wieder ‘uber‘ (das ue klappt nicht so bei englisch Sprechenden…) benutzt: der Uber Rugby Spieler, uber cool oder uber sensitive…
Dann hoert man auch wunderbar, liest von einem Wunderkind… und fuehlt sich fast wie in good old Germany…
Ansonsten ist es kalt. Winter halt.
Wir betreiben somit meistens extreme couching after extreme einheizing!
Wir haben jetzt Winter. Seit heute.
Jaja, ich weiss das auch, dass der Winter offiziell am 21.06. anfaengt, doch, ja, Winter, nicht Sommer, wie bei Euch!
Schliesslich ist hier alles andersrum.
Aber hier wurde heute offiziell der Winter ausgerufen, und der kam dann auch gleich mit dem bisher kaeltestens Tag des Jahres an:
5 Grad hatte es heute frueh um sieben!
Was aber einen unserer Nachbar nicht daran hinderte, im kurzaermligen T-shirt an der Bushaltestelle zu stehen. Nur auf die FlipFlops hat er heute verzichtet.
So gesehen ist ja fuer uns in 3 Wochen Weihnachten!
Kein Wunder, dass mir dauernd nach Gluehwein und Bratwurstsemmel waer’…
Jetzt wird’s aber schon mal wieder Zeit fuer ein Status-update, oder?
Wo fang ich an…
1. Wir haben Land unter!
Martin musste gestern Abend nach der Arbeit unseren Gartenschuppen ausraeumen, weil es seit 2 Wochen ziemlich viel regnet und seit Sonntag mit wenigen Unterbrechnungen sogar durchgehend… Und dabei geht es uns noch ziemlich gut hier: auf der Suedinsel denken sie grade ueber die Evakuierung diverser Doerfer nach… die Bewohner sollten auf jeden Fall schon mal Notfall-Gepaeck zusammenstellen… Und was machen die verueckten Kiwis da unten? Auf Hochwasser-Fluessen surfen…
Es soll wohl heute Nacht etwas leichter werden mit den Ueberflutungen, weil der Regen etwas nachgelassen hat – dafuer soll es in Otago anfangen zu schneien…
2. Ich habe einen neuen JOB!
Ich arbeite schon die zweite Woche in einem Altenheim! Und seit dieser Woche bin ich schon alleine verantwortlich fuer 70 “residents” und 1-2 mal die Woche zusaetzlich fuer die ‘Selbstversorger’, die unabhaengig auf dem Gelaende in kleinen Haeusern oder Appartments wohnen. Es macht total Spass, wenn sich auch die Armen grade etwas an bayrische Kost gewoehnen muessen…
Aber da ich ja mittlerweile auch eine Menge ueber Kiwi-Kueche gelernt habe, werden wir schon einen Mittelweg finden:
Carrotcake (Karottenkuchen) statt Kaesesahne, Pumpkin-Soup (Kuerbissuppe) statt Leberspaetzle und Steak&Kidney-Pie (sowas wie ein Rindergoulasch mit Niere drin, mit aussenrum Blaetterteig…) statt … hmmm, gute Frage…
3. Der Nachteil an der Sache ist, dass ich wegen eigentlich himmlischer Arbeitszeiten (Mo-Fr, 8.00 – 4.30) jetzt jeden Tag im Berufsverkehr feststecke… Man koennte fast meinen, dass Neuseelands grade mal 4.x Millionen Bewohner ALLESAMT in unserem Vierttel leben und um 8 Uhr morgens in Wellington sein muessen…
4. Uuuuhuuuuuuund:
Wir haben endlich unseren PR-Krempel abgeben (also, den Antrag auf Erteilung der dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung…)!
Das waren gut und gerne 3-4 Kilo Papier! Grade noch rechtzeitig sind mal wieder unsere Fuehrungszeugnisse als allerletztes angekommen und heute hat Martin den ganzen Sums im Immigration Office in Wellington in die Postbox geworfen.
So.
Nun heisst es warten.
Zum Glueck ist unser Workvisum ja noch bis Ende Januar 2011 gueltig…
Bitte drueckt uns mal wieder die Daumen!
Heute haben wir uns wieder mal ein bisschen mit Neuseeland versoehnt.
Warum? Na, wir haben das Zeitfenster von 3 Stunden Sonnenschein bestens fuer einen Strandspaziergang genutzt und haben das Meer, den leichten, warmen Wind, die Sonne und die Gegend genossen.
Achso, warum versoehnt?
Hmmm, schwer zu erklaeren. Momentan fuehlen wir uns ein bisschen ausgenommen und gemolken… Natuerlich dachte keiner von uns beiden, dass das Umziehen auf die andere Seite der Erde ein Zuckerschlecken und Kinderspiel werden wuerde.
Aber es ist definitiv was anderes, auf der schoensten Seite der Erde zu wohnen und zu arbeiten, als hier Urlaub zu machen.
Neulich hat mir die liebste Mutti von Allen eine eMail geschrieben:
“Hallo, schönen guten Morgen!
Wir haben eben einen langen Bericht über Neuseeland gesehen – faszinierend.
Am Schluss ging es um die großen Segelregatten…
Tolle Naturaufnahmen, auch von Kiwis, vom Haka in ellenlangen Ruderbooten und Inseln, die nahezu menschenleer sind, von Baracudas, von Haien und Seekühen…”
Und ich denk mir ganz spontan, Mensch, toll… da waer ich auch mal gern…
Haha.
Nun, wir wohnen hier, in diesem atemberaubend schoenen Land… Nun muessen wir es nur noch hinkriegen, genug zu verdienen, dass wir uns Urlaub im eigenen Land leisten koennen… Und die Zeit dazu fehlt auch. Urlaub bekommt man in der Regel ja erst, nachdem man ein Jahr beim Arbeitgeber gearbeitet hat (vorher muss der AG dir keinen Urlaub geben) und dann bekommt man 20 Tage fuers Jahr.
Der Verdienst hier liegt grob gerechnet netto bei ca. 60% von dem, was wir in Deutschland verdienen wuerden (Brutto interessiert ja da nicht wirklich, wir haben ziemlich wenig Steuerabzuege). Aber im Grunde sind Ausgaben wir Miete und Lebensmittel ziemlich aehnlich und sogar der Benzinpreis liegt schon seit Monaten bei 1.70 – 1.80 NZD.
Trotzdem verdienen wir fuer NZ-Verhaeltnisse ganz gut (es ist uns eh ein Raetsel, wie der Otto-Normal-Kiwi so um die Runden kommt…) und konnten uns auch immer ganz gut was weglegen, aber so ein Monat wie dieser bringt uns dann schon beinahe ans Hungertuch (und der ist grade mal halb rum, der Monat!):
560 NZD fuer Feuerholz (ohja, der Winter kommt bestimmt)
570 neue Windschutzscheibe fuer den Van
640 neue Reifen fuer den Van
640 ‘upper ball joints’ – was immer es ist, ohne haetten wir keinen neuen WoF (warrant of fitness, der hiesige TUEV) bekommen
460 medicals und xray fuer uns beide (fuer die Permanent Residency: medizinische Untersuchung und Roentgen)
390 Bluttests fuer uns beide, auch fuer die PR
340 fuer Martins Englisch Test letzte Woche, auch fuer die PR
nun fehlen noch 1400 NZD, die werden faellig fuer die Immigrationsbehoerde, sobald wir den Antrag auf PR abgeben
Und dann nochmal eine Summe x pro Nase, wenn unsere Passe neu gestempelt werden – aber bis dahin haben wir wieder bissl Zeit zum Sparen…
Und die koennen wir dann wenigstens an den Wochenenden geniessen, denn diese Strandfundstuecke haben wir grade mal ein paar Kilometer von zuhause weg, in Eastbourne, fotografiert…
Nun zieht hier echt der Herbst ein… Einige Laubbaeume werfen ihre Blaetter ab, aber zum Glueck nicht alle! Es ist zwar immer noch angenehm warm tagsueber, aber nun hat es das erste Mal seit langer, langer Zeit ueber mehrere Stunden geregnet! Aber so richtig! Nicht nur feinen Spruehnebel…
Morgens haengt der Nebel ueber den Huegeln und in den Baumfarnen und wir fuehlen uns wie im Regenwald… bloss nicht so warm.
Momentan liegen wir ja in den letzten Zuegen mit der Abgabe unserer Dokumente fuer die Permanente Aufenthaltserlaubnis. Dafuer braucht man auch ein aktuelles Fuehrungszeugnis aus D, nicht aelter als ein halbes Jahr. Dazu druckt man sich das Antragsformular online (gibt’s zum Glueck auch in englisch) aus und geht damit am Guenstigsten zur naechsten Polizeistation. Guenstig deshalb, weil die deutsche Botschaft pro Dokument 15 Euro nimmt und auch nur nachsieht, ob die Daten, die du ausfuellst auch mit deinem Reisepass uebereinstimmen… Polizei kostet nix.
Nur Zeit.
Wir durften naemlich in der Polizeiwache lang und breit und bei offener Tuer einer Anhoerung lauschen und konnten uns die “Suender” auch ganz genau ansehen…
Hier hat man es ja nicht so mit dem Datenschutz… also offiziell schon. Irgendwie.
Also wenn hier jemand betrunken einen Radfahrer uebern Haufen faehrt oder Hanf im Garten anbaut oder warum auch immer bei der Polizei und vor Gericht landet, dann gibt es nur in seltenen Faellen dauerhafte “name suppression”, der Name wird also nicht genannt. Aber das wird meistens bald aufgehoben und dann weiss jeder im Land wie der Hanfbauer heisst und wo er wohnt…
Neulich waren wir Einkaufen bei Moore Wilsons, das ist sowas wie ein Supermarkt fuer Jedermann, aber gleichzeitig auch ein Grossmarkt fuer die Gastronomie. Da gibts also so ziemlich alles. Auch die Ueberwachungsfotos von Ladendieben im Eingangsbereich: “Wer kennt diese Person?”.
Wo war ich?
Achja, die Polzeistation…
Der diensthabende Officer hat sich schliesslich die Formulare sehr genau angesehen, wollte wissen, wofuer wir das brauchen.
Na, fuer die PR, die permanent residency.
Aha. Germany, hm?
Yes.
Aha. Oh, they want a seal. I have no seal. Maybe seals in the ocean. (seal heisst beides: Stempel und Seeloewe… )
Nach ein bissel suchen hat er dann doch einen Stempel gefunden und alles unterschrieben.
Die Suender wurden inzwischen von einem anderen Beamten “weiterbetreut”… der hat dann auch die Tuer zugemacht.
Jetzt wissen wir gar nicht, wie die Geschichte ausgeht.
Na, wir werden morgen mal die Zeitung lesen…
Wenn man auf NZ`s Strassen unterwegs ist, faellt einem schnell auf, dass manche Autos seltsame Nummernschilder haben,wie zum Beispiel SWEET AS oder MADDOG oder PARTY oder 2FAST4U oder BITCH oder LOTR (Lord of the Ring) oder FCUK oder, oder, oder… oder auch spassige Variationen wie B4ST4RD…
Hier in Kiwiland kann man sich naemlich seine eigenen Nummernschilder ausdenken und bestellen, sofern noch keiner damit rumfaehrt! Es ist immer ein lustiges Ratespiel auf der Strasse: ist es nun wirklich nur eine Autonummer oder soll das doch was sinvolles (?) bedeuten?
Ja, und MARTL waer noch frei…
Aber 600 $ sind uns dann doch zuviel fuer den hoeheren Wiedererkennungswert…
Und so koennte das aussehen:
Nach langen, schweren und entbehrungsreichen WOCHEN! (beinahe VIER!) mit (nahezu) OHNE INTERNET sind wir seit heute, Sonntag, den 18. April, Ortszeit 19.30 (jahaa, da arbeitet die Telecom hier…) wieder online.
Das war echt knapp…
Beinahe haetten wir angefangen, das olle Scrabble rauszukramen…
Wenn wir in Ruhe alles abgesurft haben, was wir uns vorgenommen haben, schreiben wir die wilde Geschichte von
“Muss hier wirklich erst Einer wegsterben, dass wir sein Internet kriegen koennen???” – “Aaahm, yes, Ma’m….”
vielleicht noch auf…
Nein, wir haben immer noch kein Internet, jedenfalls kein eigenes…
Wir haben hier sehr nette Nachbarn in naeherer Umgebung, die uns mitsurfen lassen… inkognito…
Wir nutzen das aber nicht zuuuu sehr aus, aber ein Eintrag fuer euch und ein paar Bilder muessen jetzt einfach sein, solange der nette Nachbar online ist!
Wir haben uns schon super eingelebt, unser neues Haus gefaellt uns sehr gut!
Und wir fahren nur knapp 10km zur Arbeit! Das spart Zeit, Sprit und vor Allem Nerven, wenn man nicht mehr im Stau stehen muss…
Der Holzofen im Haus heizt fast ZU gut und heizt offensichtlich gleichzeitig unser Warmwasser vor! Aus dem Gemuesegarten, den die Besitzer noch angelegt hatten, bevor sie ausgezogen (nach China!) sind, ernten wir jeden Tag Zucchini, Gurken und Tomaten und demnaechst ist der Mangold dran, der fuer eine ganze Mannschaft reichen wird…
Gestern haben wir mal die naehere Umgebung erkundet und sind den Huegel hoch und durch den Busch gewandert… als es nach geraumer Zeit wieder bergab ging, sind wir lieber umgedreht, wer weiss denn, wo man da raus kommt…?
Und als wir wieder beim Auto waren, stellten wir fest, dass wir den Rata Loop gegangen sind – und Loop heisst sowas wie Rundweg…
Ansonsten nichts Aufregendes, wir wurschteln so vor uns hin… Naechste Woche bekommen wir Holz geliefert und dann kann der Winter kommen!
Ach, doch was Aufregendes! Martin durfte eine erste Erfahrung mit den hiesigen Huetern des Gesetzes machen:
Auf dem Weg zur Arbeit passieren wir Beide eine Kreuzung mit einem Stop-Schild. Da diese Kreuzung in der Naehe einer Schule ist, passt man da schon ziemlich auf und bleibt ordentlich stehen.
Aber wie wir jetzt wissen, gibt es Unterschiede zwischen stehen bleiben und stehen bleiben… Martins Version von stehen bleiben (anhalten, links und rechts schauen, sehr uebersichtlich, diese Kreuzung, losfahren) war offensichtlich nicht die Richtige und kostete nach kurzer Fahrt mit Blaulicht-Verfolgung (was’nlos? Der kann doch nicht mich meinen???) stolze 150 Dollar…
Hier muss dafuer ‘ne alte Frau noch laenger stricken als bei Euch da drueben… ,)
Bis bald mal wieder, liebe Gruesse und frohe Ostern von uns hier drueben!
Wir sind letzten Samstag umgezogen.
Und weil das Allein noch nicht schlimm genug ist, haben wir kein Internet mehr.
Kein Mensch kann uns sagen, fuer wie lange.
Mitte April.
Vielleicht.
So haben wir grade fuer teuer Geld unseren mobilen Vodem-Stick reaktiviert.
Aber weil wir ja dazu lernen, sind wir trotzdem erst mal ins Internetcafe gegangen – am Ende klappt das dann nicht und wir haben immer noch nicht Bescheid gesagt, dass wir noch Leben.
Interessant ist, was man alles so treibt, wenn man kein Internet hat.
Das neue Haus ist fast schon fertig eingeraeumt…
Bis hoffentlich bald,
liebe Gruesse aus der Diaspora…
Von Freitag Mittag bis Sonntag Nacht waren wir unterwegs…
Nach New Plymouth/Taranaki sind es 340km und dafuer braucht man im Land der Kiwis allermindestens 4 Stunden, wenn man nur schnell tankt zwischendurch… Hier gibt es ja keine Autobahnen in dem Sinn, nur mehrspurige Highways in den dichter besiedelten Gebieten, also kann man sich die 340km wie auf normalen Bundesstrassen vorstellen, mit maximal 100km/h bergauf, bergab durch die Pampa und diverse Staedtchen und Doerfer…
Aber wenn man ein Ziel vor Augen hat ist das alles halb so wild!
Auf dem Hinweg war es das 3-Tages-Festival, auf dem Rueckweg war es das heimische Bettchen…
Es war einfach soooo klasse!
Freitag kamen wir grade rechtzeitig zur Eroeffnung um kurz vor 6 abends an und wurden gut organisiert und stressfrei mit unseren ‘3-Tages-Ticket-Besitzer’-Baendchen um die Handgelenke versehen und auf einen Camping-Stellplatz in der Mitte einer Pferderennbahn bugsiert! Und kurz darauf waren wir auch schon mittendrin und hatten einen supertollen Abend!
Im Detlef laesst es sich immer noch sehr gut schlafen, fast wie in ‘alten Zeiten’, man haette direkt Reisefieber kriegen koennen…
Samstag und Sonntag: perfektes Festival-Wetter, ab und zu mal ein paar Wolken, meistens Sonne, trotzdem nicht zu heiss, einfach ideal! Die Bands, die wir gesehen haben, waren super, und wenn es mal nicht so ‘gefunkt’ hat, ist man halt zur naechsten Buehne weitergewandert, es gab ja immer mindestens 3 Konzerte gleichzeitig! Aber da alle Bands wenigstens 2 mal aufgetreten sind, haben wir auch nichts verpasst und Calexico sogar 3 mal gesehen!
Es gab natuerlich die Festival-typischen Staende mit allerlei Schnickschnack und mit Essen und Trinken aus aller Herren Laender, aber der Preis fuer den ausgefallensten Stand wuerden wir jedenfalls an den Stand mit den Saergen vergeben – der zeigt mal wieder schoen den Kiwi-Sinn fuer Kurioses…
Dass die Kiwis immer fuer Kuriositaeten zu haben sind, wusste wir ja schon, aber jetzt wird’s langsam echt schraeg!
Hat nicht einer bei Trade Me 2800 NZDollar fuer zwei in kleinen Flaeschchen gefangenen Geistern – GEISTERN! – bezahlt…
Die Verkaeuferin gab sogar eine ziemlich genaue Personenbeschreibung mit: ein harmloser, alter Mann, der wohl in ihrem Haus gestorben waere und ein kleines Madchen, dass sie ‘versehentlich’ ins Haus geholt hat, als sie mit Ihrem Mann ein “Oujia Board” ausprobiert hatte…
Das Maedchen trieb es dann wohl so bunt im Haus der Verkaeuferin (Licht an und aus, Teekessel kochte, sie soll sie sogar beruehrt haben… tststs…), dass ihr nichts anderes uebrig blieb, als einen Exorzisten zu rufen, der die Beiden dann in die zwei Flaeschchen mit heiligem Wasser verbannte.
Und seitdem ist Ruhe im Haus, auch dem Hund geht’s wieder gut.
Die Geister kann man uebrigens freilassen, in dem man sie in ein kleines Schaelchen schuettet und verdunsten laesst.
Da kratzt man sich doch echt am Kopf…
Naja, es herbst’lt nicht immer, aber manchmal merkt man schon, dass es dem Ende des Sommers entgegengeht:
Morgens ist es ziemlich kalt und die Autoscheiben sind ganz nass.
Die Pfirsiche sind reif! Alle! Gleichzeitig! mjam.
Die Tomaten auch!
Und im Radio hiess es am 1. Maerz sogar , dass jetzt offiziell der Herbst angefangen hat…
Dabei waren wir heute am Strand! Das Wasser war ziemlich warm, aber das aendert sich ja dauernd: vor Weihnachten war es super-warm, im Januar eiskalt… Und so war auch bissl was los am heimischen Beach, will doch jeder noch richtig Waerme tanken, bevor’s los geht…
Ansonsten troedeln wir so rum, haben keine richtige Lust zum Kisten packen (wir ziehen doch in 2 Wochen um! Wobei ich fairerweise sagen muss, dass Martin ja letzten Sonntag mit einigen tatkraeftigen Freunden schon einen Teil-Umzug erledigt hat: unser Storage ist schon in der Naehe unseres kuenftigen Hauses eingelagert – ich musste leider zur Arbeit… ).
Vorher freuen uns lieber ganz narrisch auf das naechste Wochenende, da sind wir naemlich 3 Tage auf einem Festival in New Plymouth/Taranaki:
bei WOMAD – world of music and dance! Am meisten freuen wir uns auf Calexico, die wir ja schon in Muenchen live gesehen hatten!
Da wird mal wieder unser Detlef gesattelt, will heissen, Matratze rein, Campingkocher, Not-Kuechenausstattung – und los geht’s!
In Taranaki ist ja auch der Campingplatz mit der schoenen Sauna! Wir haben aber einen Platz direkt am Festivalgelaende gebucht – sicher ist sicher, nicht dass wir nach 10 Stunden Festival noch weiss der Geier wohin fahren muesssen…
Soviel fuer heute, viel Spass mit den Bildern und viele Gruesse!
Bootshaeuser – Boatsheds in Titahi Baybissl was los heute…Wenn man mal drin ist macht’s Spass… ;o)schoen…erlaubt ist, was gefaellt – die Autos sind nur allerdings nur auf einem Drittel des Strands erlaubt.Hier wird ein Schwiegermutterstuhl bewacht… )Strandblueher“Meins, meins, meins!!!” Porirua Inlet im Mondschein, gleich um die Ecke bei uns…
Hurra, wir sind wieder online!
Danke fuer die Kommentare – ist schoen, wenn man vermisst wird…
Heute gibt es wieder mal Aufregendes aus dem Haus auf dem Huegel!
Gestern nachmittag, ich war grade eben von der Arbeit daheim, da ging die Sirene im Ort los. Das ist nichts Ungewoehnliches, das passiert dauernd im Land der Holzhaeuser und freestyle-Verkabelungen…
Aber diesmal machten sie ernst und der Strom an Feuerwehrautos, Polizei und Krankenwagen riss nicht ab – also doch mal nachsehen?
Das muss ja irgendwo hinter uns, auf unserem Huegel sein… Ob da wohl grad ein Haus abfackelt?
Nein, das musste mehr sein…
Als wir schliesslich einen Helikopter hoerten, mussten wir uns doch auf den Weg machen und nachsehen, was und vor allem, wo es brannte.
Bei der Fahrt Richtung Porirua fanden wir schnell die Ursache der Aufregung: unser Huegel brannte!
Und zwar so lichterloh, dass dicke schwarz-gelbe Schwaden Richtung Wellington davonzogen!
Wir fuhren um den ganzen Hafen herum und betrachteten die Katastrophe somit von fast allen Seiten.
Und dabei wurde uns ganz schoen mulmig, denn der Wind trieb die Flammen mittlerweile genau in Richtung unserer Siedlung und als wir zurueck fuhren, sah man von der Strasse aus das Feuer schon ueber unserem Haus leuchten!
Da beschlossen wir, schleunigst unsere wichtigsten Siebensachen einzupacken und das Radio einzuschalten und zu warten, wie sich das Ganze entwickelt, denn man hat ja da vor nicht all zu langer Zeit schlimme Dinge aus Australien gehoert…
Aber etwas ueber 500 m von uns und nur etwa 5 Meter!!! vom ersten Haus oben auf dem Huegel entfernt konnte die Feuerwehr das Feuer etwa um 10.00 abends schliesslich stoppen, dafuer wurden 4 Hubschrauber mit sogenannten “Monsoon-Buckets” eingesetzt, die unaufhoerlich Wasser vom Meer holten und ueber dem Feuer ausleerten (bis nach Mitternacht!). Auch der Golfplatz blieb so verschont. Aber der Rest des ziemlich unwegsamen Gelaendes brannte die ganze Nacht weiter und die Feuerwehr konnte nur kontrollieren, dass es sich nicht wieder den bewohnten Gebieten naeherte.
Laut NZ Herald (unserer Tageszeitung) wurden um die 150 Anwohner evakuiert, sie konnten aber mittlerweile alle wieder in ihre Hauser zurueckkehren.
Es wurde niemand verletzt, aber es brannten mehr als 70 Hektar Buschland ab! Insgesamt waren 4 Helikopter, 14 Loeschzuege mit 60 Einsatzkraeften beteiligt und heute sind immer noch ueberall Feuerwehrler, die durchs Gelaende kraxeln und die einzelnen kleinen Brandherde loeschen.
Heute musste ein 14-jaehriger vor Gericht erscheinen, der wohl der Brandstiftung verdaechtigt wird.
Bild aus dem NZ Herald von Mark MitchellSo viel ist abgebranntDas ist nicht weit!Die Rauchwolke war weit zu sehen…unermuedlich…Mal eben unten an der Hauptstrasse Wasser getankt…Und so sieht es heute aus… alles verkohlt.Bild aus dem NZ Herald von Chris TiffenBild aus dem NZ Herald von Chris Tiffen
Jaaaaaa, wir ziehen mal wieder um…
Wir wollen ja nicht aus der Uebung kommen.
Nein, es hat auch ganz praktische Gruende:
Da wir jetzt beide am gleichen Ort arbeiten und nicht mehr in exakt entgegengesetzer Richtung, jeder mit etwa 25 km Fahrtweg, macht es doch deutlich mehr Sinn, den ganzen Sprit zu sparen und nur ein paar Kilometer vom Job entfernt zu wohnen…
Und wie es bis jetzt aussieht, haben wir wieder ein ganz gutes Haendchen bei der Haussuche…
Leider entfaellt in Zukunft der Wahnsinns-Blick auf’s Meer vom Haus auf dem Huegel, dafuer haben wir aber sehr wahrscheinlich auch nicht mehr die volle Droehnung Wind von allen Seiten – und das koennt Ihr uns glauben – WIND haben wir hier jede Menge…
Sowas wie 3 Monate Kuendigungsfrist gibt’s hier ja nicht und so werden wir um den 20. Maerz umziehen – und dabei haben wir unserem Vermieter sogar viel frueher Bescheid gegeben, als wir muessten, das waeren naemlich nur 3 Wochen…
Das ganze Mieten und Vermieten geht hier wirklich fix: manche Vermieter oder Imobilienmakler lassen einen credit check (sowas wie eine Schufa-Anfrage) machen und meistens muss man Referenzen angeben, d.h. die rufen dann den letzen Vermieter an. Und wenn der mit dir zufrieden war, siehts ganz gut aus mit der neuen Bleibe. Wie bei uns, denn wir sind natuerlich ‘fantastic’ Mieter. Jawohl.
Und so sieht sie aus, unsere neue Behausung (guenstiger und isoliert! ist sie uebrigens auch):
Was fuer ein Wochenende!
In Wellington war tatsaechlich Ausnahmezustand, die NZI sevens hatten die Stadt 2 volle Tage im Griff!
Martin war am Freitag schon als “Bavarian Fotoreporter” unterwegs, gestern waren wir beide in voller Montur auf der Piste – von ca. 2 Uhr Nachmittags bis wir endlich nachts um 12 im Zug nach Hause sassen, voll mit unglaublichen Eindruecken, Junkfood und Bier!
Die ganze Partymeile um Courtenay Place und Cuba Street, der Bahnhof und die Hafenmeile verschmolzen zum riesigen Karneval-Areal, und die Gluecklichen, die Karten fuer’s Stadion ergattern konnten (waren nach DREI MINUTEN ausverkauft!), strebten irgendwann dem Stadion zu, langsam aber sicher…
Da waren auch wir dabei, obwohl ich dachte, das koennte gar nicht besser werden – aber die Stimmung im Stadion toppte dann doch nochmal alles andere… Rugby wurde da unten auch gespielt, war aber eher nebensaechlich.
Gewonnen hat, glaube ich, am Ende Fiji mit 19 zu 14 gegen Samoa – DA war aber was geboten im Stadion!
Wir sind dann aber als Olympia-Stadion erprobte ziemlich unmittelbar aufgebrochen, was uns um den Genuss der Feuerwerks gebracht hat, aber dafuer noch Sitzplaetze im ersten Bus Richtung Partymeile in der Stadt – NEIN, wir sind natuerlich NICHT gleich zum Bahnhof und heim…
Puh. Man ist halt doch keine 20 mehr, da spuert man dann am naechsten Tag doch seine einzelnen Knochen…
Fazit fuer uns:
Fasching im Sommer macht definitiv mehr Spass, weil man gleich wieder trocken ist, sollte man in voller Montur mal eben ins Meer fallen…
Die Sevens sind eine Massenveranstaltung mit hohem Spassfaktor, ueberall gut gelaunten Menschen und unglaublich niedrigem Agressionspotential!
Machen wir wieder!
Viel Spass mit den Fotos – diesmal bekommt Ihr die volle Packung Bilder extern bei Picasa, wir konnten uns einfach nicht fuer entscheiden, welche die Besten waren – einfach unten auf’s Bild klicken!
Sie ist da!!!!
Die Invitation to Apply, die Einladung zur Bewerbung fuer die permanente Aufenthaltsgenehmigung ist da!
Da steckte doch heute tatsaechlich der 2-pfuendige Umschlag im Briefkasten, jetzt hab ich erst mal gar nix mehr zu meckern…
Nun haben wir genau 4 Monate Zeit, den ganzen Papierkram zu erledigen, d.h. neue polizeiliche Fuehrungszeugnisse, Geburtsurkunden, Zeugnisse, neue Medicals mit Roentgen und Blutabnehmen……..
So wie bei Euch wohl ziemlich Winter herrscht, haben wir hier Endlich! Sommer!
Obwohl das Thermometer seltsamerweise selten ueber die 23 Grad klettert, ist es bruetend heiss… Und wie man in KiwiLand die (beschichteten!) Vorhaenge im Winter zuzieht, damit die Kaelte draussen bleibt, zieht man sie jetzt zu, damit sich die Bude nicht erbarmungslos aufheizt!
Die Huehnies liegen in ihrem Asylantenheim tagsueber auch nur im Schatten rum, ausser, wenn sie sich im Sandbad raekeln oder mit aufgerissenem Schnabel hechelnd blitzschnell ein Ei legen, um gleich wieder aus dem dunklen Nesterl nach Draussen in die leichte Brise zu fluechten… Aber nach dem Milbenfiasko hat sich bisher eh nur Rosmarie (die Fabrikantin der gruenen Eier) aufgerafft, wieder zu legen. Die Anderen faulenzen lieber unter dem Sonnenschutz und betrachten Rosmaries ganze Aktion maximal maessig interessiert…
Die Milben scheinen nach Martins letzten beiden Spruehaktionen das Huehnerhaus verlassen zu haben! Die Ladies selbst haben wir jetzt jeden 2., 3. Tag unter den Federn mit Kieselgur eingepudert und das jetzt auch dem Sandbad beigemischt. Ausserdem haben wir die Huehnerhaxerl in Oel getaucht, damit eventuelle “Schuppenbein-Bewohner” keine Luft mehr kriegen… Also Beauty plus Nagelpflege…
Aber es ist gut, dass sich die Huehner im Behelfsheim so wohl fuehlen, weil sie da noch ein paar Tage bleiben werden: letztens hatten wir Nachts mal wieder massiv Suedwind und es da hats von dem vor sich hin trocknenden Huehnerhaus eine Dachhaelfte abgerissen…
Ja, und dann war ich doch mal wieder in der Hauptstadt, das Immigration Office besuchen…
Wenn ich es denn gefunden haette!
Die sind schon wieder umgezogen! Das ist jetzt das dritte Mal, dass ich deren Bueroraeume gesucht habe… Weil ich ja mit meinem Work Visum an meinen Arbeitgeber gebunden bin (mein Arbeitsplatz steht in meinen Pass… Man fuehlt sich fast ein bisschen versklavt… ) und somit erst eine Aenderung beantragen muss – das geht fuer schlappe 120 Dollar. Aergerlich ist halt, dass man das, wenn man die permanente Aufenthaltserlaubnis hat, nicht mehr machen muss – aber davon immer noch keine Spur. Laut dem Officer ist unsere Anfrage aber wohl ‘grade’ in Bearbeitung (seit 2 Monaten!) und wir sollten ‘in Kuerze’ einen Brief erhalten… puh… In dem Brief steht dann hoffentlich drin, dass sie uns einladen, die Aufenthaltserlaubnis zu beantragen.
Klingt kompliziert?
Ist es auch.
Amuesiert hab ich mich im Immi-Office aber trotzdem gut: steht vor mir in der Schlange ein Typ in schweren, schlammverkrusten work boots, dreckigen Wadln, kurzen Hosen (klar…) und eine typische, orange Strassenarbeiter-Warnweste an, in der Hand ein Buendel krumpliges Papier. Richtig! Er wollte sich grade fuer sein Arbeitsvisum bewerben! Entweder ausserordentlich daemlich oder ausserordentlich frech – wer ohne Visum arbeit, kann sofort des Landes verwiesen werden…
Und sonst noch…
Es sind so die Kleinigkeiten, die ich meist schon wieder vergessen habe, bis ich einen neuen Eintrag schreibe:
Heute fuhr ich ewig hinter einem Toyota Hiace (so einem 7-Sitzer Kleinbus) her, bis ich an der Ampel endlich den Aufkleber lesen konnte:
“I HATE Japanese Cars!”
Nein, wir haben Euch nicht vergessen!
Kein bisschen!
Es ist nur, wie bei Euch vermutlich auch, dauernd was anderes los:
- Wir haben Freunden beim Umziehen geholfen. Martin hat in deren neuen Heim Laminat verlegt und festgestellt, dass das Zurecht schneiden hiesigen Laminats Folgen hat wie ein gestandener Vollrausch, nur ohne den Spass…
- Ich habe einen neuen Job!
Und wenn unser heissgeliebtes Immigration Office mitspielt und sich ausnahmsweise mal beeilt, werde ich am 9. Februar als Head Chef in einem schnuckelichen Cafe in Petone anfangen!
Momentan habe ich zwar viel Kundenkontakt, aber eigentlich koche ich ziemlich wenig… Und das wird sich da schlagartig aendern und sogar noch auf’s Backen ausweiten! Ich habe schon heimlich geuebt und die Resultate meiner Versuche, richtiges Kiwi-Fruehstuecks-Gebaeck, die Scones, zuhause zu backen, sind laut Martin von seinen Arbeitskollegen heute kommentarlos vertilgt worden…
Das Cafe schliesst ausserdem am Nachmittag, also muss ich nicht mehr Abends arbeiten und habe entweder FR und SA oder SO und MO frei… darauf habe ich doch warten koennen…
- Mit unseren Huehner sind wir in neue Dimensionen der Massentierhaltung eingetreten: wir haben Milben!
Und wenn ich sage ‘wir’, meine ich das auch so… diese kleinen Blutsauger sind mit steigenden Temperaturen in eine Art Reproduktionsrausch verfallen und haben in kuerzester Zeit unseren Ladies ziemlich zugesetzt. Ich musste gestern das erste Mal seit Langem wieder Eier kaufen!
Da wir aber keine chemischen Pestizide einsetzen, ist es ein zaeher Kampf – Mensch und Huhn gegen die Milbe, wo sich bei mir beim blossen Gedanken daran massiver Juckreiz breit macht… Die beissen uns zwar nicht, aber es macht auch keinen Spass, wenn man bei jedem Besuch der Huehner ein paar dieser Viecher mit ins Haus mitnimmt und nur noch Duschen hilft…
Nun haben wir die armen Huehner ausgesiedelt, beinahe taeglich mit Kieselgur, einem natuerlichen Pestizid eingestaeubt und das Huehnerhaus mehrfach damit ausgesprueht – und immer noch sind die Blutsauger zu finden!
Die lustige Seite der ganzen Aktion war ja der erste Abend der Ladies im Asyl: bei Einsetzen der Daemmerung schaute ich nochmal runter in den Garten, ob die Maedels auch brav ins neue Bett gehen – weit gefehlt! Auf der Suche nach demselben und zu doof, den Eingang der schoenen Kiste zu finden, die wir extra dafuer umgebaut haben, ist Annelies aus dem provisorischen Gehege ausgebrochen und bereits in die Aeste des naechstbesten Baums gefluechtet, waehrend Lisbeth noch planlos und erschrocken vor der ploetzlichen Freiheit versuchte, wieder reinzukommen…
Nun musste Martin Anneliese vom Baum pfluecken, und ich rettete Lisbeth davor, sich beim Einbruch ins Gehege selbst zu strangulieren… Meine Nerven, und wir dachten allen Ernstes, wir haben da ein paar Huehner, fuettern die taeglich und dafuer kriegen wir schoene Eier. Ganz so leicht ist das Ganze nicht!
Soviel fuer heute,
mehr bald!
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